Zwischen Dinkel und Wahnsinn

Diese Elternabende. Aber hey – ich kann euch beruhigen: Den letzten habe ich heute Abend endlich überstanden. Ich bin wieder zu Hause. Unversehrt. Mehr oder weniger. Eigentlich wollte ich nämlich wieder über einen Elternabend schreiben. Ich hatte schon angefangen. Ich hatte Gedanken. Beobachtungen. Pointen. Und vermutlich hätte ich mich wieder wunderbar darüber ausgelassen, wie ich als Mutter zwischen pädagogischen Konzepten, digitalen Medien, Selbstverantwortung und der Erkenntnis sitze, dass offenbar alle anderen Eltern einen geheimen Elternkurs besucht haben, zu dem ich die Einladung nie bekommen habe. Oder sie war im Spam. Oder auf dem Altpapier. Wahrscheinlich zusammen mit den ganzen Bastelzetteln aus der Schule, die ich aus Prinzip erst einmal drei Wochen aufbewahre, bevor ich sie wegwerfe, weil man ja nie weiss, ob darauf nicht vielleicht irgendwo ganz klein steht: Bitte bis morgen unterschrieben zurückbringen.

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Zwischen Elternabend und Erwachsenwerden

Es lebe der Elternabend. Ich finde, Elternabende sind eine ganz besondere gesellschaftliche Veranstaltung. Vor allem dann, wenn man schon ein paar davon hinter sich hat. Man sitzt da, hört aufmerksam zu und spürt trotzdem wieder einmal mehr: Ich passe hier einfach nicht ganz rein. Irgendwo zwischen Begrüssung, Stundenplan, Terminen, Informationen und dem Zettel mit Passwörtern zu Antolin und wie die Programme online Programme in der 2. Klasse auch alle heissen, beginnt mein Hirn langsam, den Dienst zu quittieren. Bei vier Kindern ist mein persönlicher Anspruch nämlich ziemlich bescheiden: Ich bin schon froh, wenn ich am Ende nicht die Informationen vom einen Kind mit denen vom anderen vermischt habe. Manchmal wünsche ich mir am Elternabend einfach eine kleine Zusammenfassung für Mamis wie mich: Das Wichtigste in drei Sätzen, bitte. Und gerne zum Mitnehmen. Aber natürlich höre ich zu (oder ja, ich versuche es zumindest), schaue mich um und sehe gefühlt nur perfekt organisierte Eltern, die genau wissen, was wann wo läuft, die Termine im Kopf haben und vermutlich schon am Vorabend die passende Kleidung für den nächsten Schultag ihrer Kinder bereitgelegt haben. Und dann ist das Gefühl wieder da. Das Gefühl, dass alle anderen dieses Eltern-Ding irgendwie besser im Griff haben als ich. Dann sitze ich da und denke: Was stimmt eigentlich nicht mit mir? Warum schaffe ich es nicht, so zu sein? Und dann muss ich mich selber wieder daran erinnern, dass ich vielleicht einfach eine andere Version von Mami bin. Eine, die nicht immer alles im Griff hat, aber trotzdem jeden Tag versucht, den Laden am Laufen zu halten. Eine, die manchmal am Elternabend sitzt und sich fragt, ob sie überhaupt weiss, was sie tut, und am nächsten Morgen trotzdem wieder aufsteht; wir organisieren vier Kinder (ja noch immer, wir wollten wirklich vier Kinder), Termine jonglieren,  und versuchen, dass möglichst niemand ohne Rucksack oder Znüni das Haus verlässt. Und genau deshalb erkenne ich als Mami an solchen Abenden auch immer wieder, dass ich für diese perfekt organisierte Elternwelt einfach nicht gemacht bin. Ich bin eher die Variante „Ich habe es irgendwo aufgeschrieben, aber ich weiss nicht mehr wo“. Und wenn ich am nächsten Morgen mit dem richtigen Kind, dem richtigen Rucksack und ungefähr dem richtigen Wissen am richtigen Ort auftauche, darf ich das meiner Meinung nach bereits als organisatorischen Erfolg verbuchen. Ach, wie wünsche ich mir manchmal die Gelassenheit meines Mannes. Gerade an Elternabenden, wenn rundherum gefühlt alle perfekt organisiert sind, jeder Termin irgendwo eingetragen wird und ich schon beim Zuhören merke, wie mein Kopf langsam aus allen Nähten platzt. Dann schaue ich zu meinem Mann und denke mir: Wie macht dieser Mann das eigentlich? Er sitzt da, hört zu, bleibt völlig entspannt und vermittelt allein durch seine Anwesenheit dieses wunderbare Gefühl von: Es wird schon gut kommen. Und genau dafür bin ich so froh, dass er mein Mann ist. Mein Mensch. Der Mann an meiner Seite, der mich kennt, wie ich bin, der meinen Wahnsinn aushält und bei dem ich nicht das Gefühl haben muss, irgendetwas darstellen zu müssen. Wenn mich die perfekte Elternwelt wieder einmal kurz ins Wanken bringt, ist er da und holt mich zurück auf den Boden. Und vielleicht ist genau das seine grösste Superkraft. Nicht, dass er immer eine Lösung hat - auch wenn er sie wirklich immer hat, auch dann wenn mitten im Elternabend erzählt würde, dass morgen um 7.30 Uhr ein Kind mit einem selbst gebastelten Vulkan, einer unterschriebenen Einverständniserklärung und einem regionalen Früchtekorb erscheinen muss – er würde einfach sagen: „Okay.“ -  Sondern dass er mir das Gefühl gibt, dass wir auch dann klarkommen, wenn ich gerade keine Ahnung habe, wie und nicht wie all die perfekten Mamis bin. Er ist einfach mein Alles. Mein Ruhepol mitten in der Villa Wahnsinn. Und zum Glück mein Mann – denn ich weiss, einen besseren Menschen für dieses Familienchaos hätte ich mir beim besten Willen nicht aussuchen können.

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Beginn

Heute ist etwas passiert, womit wir selbst nicht gerechnet haben: Villa Wahnsinn hat einen Blog! 

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Kommentare

Mäggi Doujak
Vor 2 Monate

Ha so mössä schmunzlä
T ja normaler Alltag
👍🤗😘

Karin
Vor 2 Monate

Bi gspannt was da nu alles chund....:-)

Sandra
Vor 2 Monate

Herzlichen Glückwunsch zu Geburt eures fünften "Babys"!
Ich freue michauf die Storys aus der Villa Wahnsinn 😇