Unsere Villa Wahnsinn Familie
Willkommen in unserem leicht chaotischen, aber äusserst liebevollen Haushalt! Hier treffen sechs Familienmitglieder, ein ganz spezieller Schäferhund-Mischling und täglich mehrere kleine Dramen aufeinander.
Freut euch auf Geschichten aus unserem ganz normalen Wahnsinn – zum Lachen, Kopfschütteln und vor allem mit dem beruhigenden Gefühl: Auch wir haben nicht alles unter Kontrolle - und genau so soll es sein.
Die Besatzung des Schiffs Villa Wahnsinn
Kapitäne der Villa Wahnsinn
Hinter dem täglichen Wahnsinn stehen wir: die zwei Kapitäne dieses schwimmenden Irrenhauses – ähm, Familienunternehmens.
Mami: Hausfrau, Mutter und Teilzeitangestellte in der öffentlichen Verwaltung. Ich kann also beruflich Menschen zurück in den Arbeitsmarkt integrieren – nur bei meinen eigenen Kindern gestaltet sich die Eingliederung in den Alltag manchmal etwas schwieriger.
Dad, ist Hausmann, Vater und Angestellter in der öffentlichen Verwaltung. Er beherrscht Zahlen, Budgets und Steuererklärungen. Ob er allerdings auch erklären kann, warum sich im Kühlschrank exakt fünf Minuten nach dem Einkauf nur noch Senf befindet, ist bis heute ungeklärt.
Zusammen versuchen wir also, vier Kinder, einen Hund und unseren ganz normalen Wahnsinn halbwegs unfallfrei durch den Familienalltag zu navigieren. Wir haben keinen Masterplan – aber jede Menge Kaffee, Humor und die optimistische Hoffnung, dass wenigstens einer von uns weiss, was er gerade tut.
Unser ältester Matrose
Unser Ältester ist 18, befindet sich im letzten Lehrjahr als FaGe im Spital und ist damit offiziell fast erwachsen. Zumindest auf dem Papier. An Bord der Villa Wahnsinn ist er unser Nachwuchs-Matrose mit ganz eigenen Prioritäten: Spital, Ausbildung, schnelle Autos und die sehnlichst erwartete Autoprüfung. Während wir Eltern noch überlegen, wie wir das Schiff sicher durch den Alltag steuern, wartet er eigentlich nur darauf, endlich selbst ans Steuer zu dürfen. Wir vermuten, dass sein erstes Ziel nach bestandener Prüfung nicht die Tankstelle sein wird – sondern einfach irgendwohin. Hauptsache schnell. Ansonsten? Nun ja... Teenager. Das erklärt eigentlich alles. Kopfhörer auf, Kommunikation auf Sparflamme, Hunger wie ein ausgewachsener Pirat und gelegentlich eine spontane Lebensform, die sich aus seinem Zimmer in Richtung Kühlschrank bewegt. Wir lieben ihn natürlich über alles. Auch wenn wir manchmal nicht ganz sicher sind, ob er noch mit uns auf diesem Schiff fährt oder bereits seinen eigenen Kurs Richtung Freiheit plant.
Unsere Sportmatrosin
Unsere Tochter ist 12 und vermutlich das einzige Besatzungsmitglied an Bord der Villa Wahnsinn, das freiwillig bei jeder Sportart „Hier!“ schreien würde. Tennis? Klar. Turnen? Sofort. Schwimmen? Sowieso. Skifahren? Aber natürlich. Hauptsache Bewegung – stillsitzen gehört schliesslich nicht zu ihren Kernkompetenzen.
Irgendwann musste sie sich dann tatsächlich für eine Sportart entscheiden. Die Wahl ist auf Karate gefallen. Eine perfekte Wahl, finden wir – schliesslich kann man auf einem chaotischen Familienschiff nie genug Selbstverteidigung können.
Diesen Sommer geht sie in die 1. Klasse einer weiterführenden Schule und steuert damit schon wieder auf ein neues Abenteuer zu. Wir sind gespannt, ob sie dort genauso viel Energie versprüht wie zu Hause.
Und dann gibt es noch - nicht vergessen - ihre geheime Spezialfunktion: Mami 2.0.
Sie hat ihre Jungs und den Familienüberblick erstaunlich gut im Griff, weiss oft, was gerade fehlt, wer was vergessen hat und wann Mami dringend eine Erinnerung braucht. Kurz gesagt: Während wir Eltern versuchen, das Schiff zu steuern, steht sie manchmal daneben und sagt sinngemäss: „Ähm… soll ich das jetzt auch noch für euch regeln?“ Unsere Antwort lautet meistens: „Nein, nein… wir haben alles im Griff.“
Haben wir natürlich nicht. Zum Glück haben wir Mami 2.0 an Bord.
Unser jüngster Matrose
Und dann wäre da noch unser jüngster Matrose - unser Wetterexperte. 6 Jahre alt, ein ganz besonderer kleiner Junge und definitiv einer, der die Villa Wahnsinn auf seine ganz eigene Art bereichert.
Er ist unser wandelndes Wetterlexikon. Wenn ihr wissen wollt, wie das Wetter wird, welche Wolken gerade über das Schiff ziehen oder was ein Gewitter so alles kann – fragt ihn. Wir Kapitäne haben bei diesem Thema längst kapituliert. Und auch beim menschlichen Körper macht ihm so schnell keiner etwas vor. Organe, Knochen, Körperfunktionen – unser kleiner Experte weiss Dinge, bei denen wir Erwachsenen manchmal nur noch staunend daneben stehen.
Durch seine Autismus-Diagnose erlebt er die Welt auf seine ganz eigene Weise. Dinge, die für andere ganz selbstverständlich sind, können für ihn manchmal unglaublich schwierig, anstrengend oder überwältigend sein. Gleichzeitig hat er Fähigkeiten, Interessen und eine Sicht auf die Welt, die uns immer wieder aufs Neue staunen lässt. Er ist einfach unser kleiner Spezialist mit riesigem Herzen.
Auf unserem Familienschiff hat deshalb jeder seinen Platz – und er ganz besonders. Wir lieben ihn genau so, wie er ist: mit seinem unglaublichen Wissen, seinen besonderen Eigenheiten, seinen grossen Gefühlen und all dem, was ihn zu unserem Kind macht.
Und wenn es auf der Villa Wahnsinn irgendwann wieder drunter und drüber geht, wissen wir wenigstens eines ganz sicher: Das Wetter kann er uns erklären. Ob er allerdings weiss, warum hier schon wieder jemand seine Schuhe mitten im Gang liegen gelassen hat, ist eine ganz andere Frage.
Unser Nachwuchskapitän
Unser dritter Matrose ist 10 Jahre alt und vermutlich der Meinung, dass Lernen eine völlig überschätzte Erfindung der Erwachsenen ist. Er ist clever, sehr clever sogar – und deshalb sieht er auch überhaupt keinen Grund, seine Nase in ein Schulbuch zu stecken. Schliesslich kann er ja schon alles. Laut seiner selbst Einschätzung, die guten Noten zeigen aber das gleiche Resultat in der fremd Einschätzung. Was heisst dies nun für ihn? Natürlich...Hausaufgaben? Überbewertet. Lernen? Nicht nötig. Prüfungen? „Das weiss ich doch!“ Ob diese Strategie langfristig aufgeht, wird sich zeigen. Wir Eltern sitzen jedenfalls gespannt auf der Brücke und beobachten das Experiment und unterstützen da wo es gebraucht wird.
Wie seine Schwester ist auch er im Karate unterwegs. Dort kann er seine Energie loswerden und gleichzeitig schon einmal für seinen späteren Beruf trainieren – denn sein Berufswunsch steht schon fest: Er will Anwalt werden. Und zwar nicht erst seit gestern, sondern schon seit vielen Jahren.
Bei seiner Diskussionsfreude, seinem Selbstbewusstsein und seiner unermesslichen Neugier was Rechtsgrundlagen betrifft, könnte das tatsächlich ziemlich gut passen.
Ob aus unserem kleinen Matrosen eines Tages tatsächlich ein Anwalt wird? Wir werden sehen. Bis dahin gilt an Bord der Villa Wahnsinn: Einspruch abgelehnt – der Kapitän hat gesprochen.

Unser vierbeiniger Matrose oder ist er Kapitän?
Und dann gibt es da noch Lino. Unser weisser Schäferhund-Mix und vermutlich das einzige Besatzungsmitglied an Bord, das wirklich glaubt, er hätte hier das Kommando.
Offiziell ist er unser Hund. Inoffiziell ist er Sicherheitschef, Aufpasser, Familienpolizist, Seelentröster und oberster Lebensmittelkontrolleur. Besonders Letzteres nimmt er sehr ernst. Kaum fällt irgendwo ein Stück Käse vom Tisch, ist Lino zur Stelle. Zufall? Wir glauben nicht daran.
Zwischen vier Kindern, zwei Eltern und dem täglichen Familienchaos sorgt er für die nötige Portion Ruhe, Liebe und manchmal auch für sehr viel Fell.
Und seien wir ehrlich: Wir Eltern bilden uns zwar ein, die Kapitäne der Villa Wahnsinn zu sein. Aber Lino weiss ganz genau, wie der Hase läuft. 🐾
Und wenn am Ende des Tages alle wieder halbwegs heil im Hafen angekommen sind, liegt einer zufrieden auf seinem Platz und denkt sich vermutlich: „Gut gemacht, Crew. Morgen machen wir das wieder.“