Zwischen Büro und Familienwahnsinn

Im Villa-Wahnsinn-Haushalt wissen wir: Berufstätige Eltern zu sein ist eine Mischung aus Organisationstalent, Improvisation und der täglichen Frage: „Wer hat eigentlich den Turnbeutel gesehen?!“ 

Ob Vollzeit, Teilzeit oder Familienmanagement in Vollzeit – jede Familie muss ihren eigenen Weg finden. Und ganz ehrlich: Was für die eine Familie perfekt funktioniert, sorgt bei der nächsten vielleicht für mittelschweren Nervenzusammenbruch.

Wir teilen hier unsere Erfahrungen, die kleinen und grossen Herausforderungen und natürlich auch die schönen Momente unseres Familien- und Berufsalltags. Denn zwischen Arbeit, Kindern, Terminen und völligem Chaos bleibt zum Glück immer noch Zeit für eines: gemeinsam darüber zu lachen. 😂

Jede Familie ist einzigartig und perfekt

Die wichtigste Botschaft, die wir an alle Eltern da draussen loswerden möchten: Bitte hört auf, Euch gegenseitig dafür zu bewerten, wie Ihr Euren Familienalltag organisiert. Es gibt kein offizielles Familienhandbuch mit der Aufschrift „So macht man es richtig“. Falls doch, haben wir es vermutlich zwischen Legosteinen, Wäschebergen und einer halben Banane im Auto verloren. 

Ob beide Eltern Vollzeit arbeiten, einer Teilzeit arbeitet, beide irgendwie 73 Prozent jonglieren oder jemand Vollblutmami/Vollblutipapi ist – es gibt kein besser oder schlechter. Es gibt nur: „Das funktioniert für uns.“

Bei uns funktioniert es so, dass beide Eltern arbeiten. Nicht, weil wir damit einen Preis gewinnen wollen. Nicht, weil wir morgens um 5 Uhr voller Begeisterung im Partnerlook joggen gehen. Und schon gar nicht, weil unser Haushalt dadurch irgendwie magisch besser organisiert wäre. Spoiler: Ist er nicht. Aber für uns stimmt es. Und genau darum geht es.

Jede Familie darf ihren eigenen Weg finden. Ohne schlechtes Gewissen, ohne Rechtfertigungsaufsatz und ohne ungefragte Ratschläge von Menschen, die seit drei Minuten wissen, wie man angeblich alles perfekt macht.

Ihr müsst nicht so leben wie wir. Wir müssen nicht so leben wie Ihr. Und genau das ist das Schöne daran.

Also: Geht Euren eigenen Weg. Macht es so, wie es für eure Familie passt. Und wenn dabei zwischendurch die Wäsche drei Tage im Trockner bleibt, das Abendessen aus Cornflakes besteht und alle gleichzeitig „Maaaaama!“ rufen – dann seid Ihr vermutlich ziemlich genau da, wo wir auch sind.

Denn am Ende zählt nicht, ob eine Familie von aussen perfekt aussieht. Es zählt, dass sie sich für die Menschen darin richtig anfühlt.

Laufen auf dünnem Eis

Elternsein klingt manchmal nach Liebe, Geborgenheit und gemeinsamen Familienmomenten. In der Realität klingt es zusätzlich verdächtig oft nach: „Mist, wann war nochmal der Zahnarzt?“ 

Denn neben Job, Haushalt, Einkaufen, Wäsche und der täglichen Suche nach verschwundenen Socken gibt es da plötzlich noch ungefähr 847 Pendenzen, die niemand bestellt hat, die aber trotzdem dringend erledigt werden müssen.

Arzttermine. Zahnarzt. Kinderarzt. Impfungen. Kontrolluntersuchungen. Augenarzt. Wer braucht wann welche Untersuchung? Wer hat welchen Termin? Und warum haben eigentlich alle gleichzeitig einen Termin, während man selbst seit 2019 keinen mehr hatte? Dann kommen noch Schultermine, Elternabende, Gespräche mit Lehrpersonen, Formulare, Versicherungen, Geburtstage, Hobbys, Fahrdienste und natürlich die legendäre Frage: „Was essen wir heute?“ Eine Frage, die ungefähr 365 Tage im Jahr gestellt wird und trotzdem jedes Mal überraschend kommt.

Und wenn ein Kind besondere Herausforderungen mitbringt, wird aus dem ohnehin schon sportlichen Familienmanagement plötzlich Olympia auf dem Hochseil. Dann stehen zusätzlich Therapien, Abklärungen, Gespräche, Termine und Organisation auf dem Programm. Und irgendwo dazwischen versucht man, nicht nur alles zu koordinieren, sondern auch noch das Kind emotional aufzufangen.

Man balanciert also täglich auf einem extrem dünnen Seil, während links der Zahnarzttermin wedelt, rechts die Therapie wartet, unten die Wäsche schreit und von hinten jemand ruft: „Maaaaami, ich brauche morgen etwas für die Schule!“ Und man selbst denkt nur:
„Super. Ich brauche eigentlich nur fünf Minuten Ruhe und einen Kalender, der für mich Termine absagt.“ 

Elternsein ist deshalb oft weniger „alles wunderbar im Griff“ und viel mehr jonglieren, improvisieren, verschieben, erinnern, organisieren und hoffen, dass man nicht gerade den falschen Termin im falschen Kalender eingetragen hat.

Und trotzdem schaffen wir es irgendwie. Nicht perfekt. Nicht immer entspannt. Manchmal mit Kaffee intravenös und einer To-do-Liste, die länger wird, obwohl man den ganzen Tag gearbeitet hat.

Aber wir schaffen es. Denn vielleicht ist genau das, das Elternsein: auf dem dünnsten Seil der Welt zu balancieren und dabei trotzdem noch zu versuchen, die Hand des Kindes zu halten.